ABC-Viertel

Architektur und Historie

Das ABC-Viertel

Die ABC-Straße wurde bereits 1620 urkundlich erwähnt und ist damit eine der ältesten dokumentierten Straßen Hamburgs. Der Name entstammt einem einfachen Prinzip: Die Häuser wurden nicht mit Nummern sondern mit den Buchstaben des Alphabets gekennzeichnet, was dann zur Straßenbezeichnung führte.

Der bekannte Hamburger Baumeister Alexis de Chateauneuf errichtete Anfang des 19. Jahrhunderts in der ABC-Straße Ziegelrohbauten, Stadthäuser in unverputztem Backstein. Sie markierten die Anfänge der Backsteinbaukunst in Hamburg. Der Baumeister kümmerte sich nach dem großen Brand 1842 auch um den Wiederaufbau. Auf ihn geht die Neuordnung der Stadt zurück. Somit kommt Chateauneuf, neben Theodor Bülau, Albert Erbe, Fritz Schumacher und Fritz Höger, der Verdienst zu, das Backsteinsichtmauerwerk bei Bauten in Hamburg neu etabliert zu haben. Es war zuvor unter dem Einfluss des klassizistischen Baumeisters Christian Frederik Hansen in Hamburg weitgehend zurückgedrängt worden.

In jüngerer Zeit arbeiten experimentierfreudige Bauherren und Architekten wie Gerkan, Marg und Partner sowie Hadi Teherani am Stadtbild des ABC-Viertels. Die Mischung aus historischen Gebäuden und modernen Projekten ist beeindruckend. Der visuelle Spannungsbogen von den roten Backsteinfassaden des 19. Jahrhunderts über die weißen Jugendstilhäuser der Jahrhundertwende bis hin zur Glas- und Chrom-Architektur der Neuzeit schafft eine ganz eigene, hoch attraktive Faszination.